Reaktionen zum neuen Pokal-Format: „Ein Schritt in die richtige Richtung“
Mit Spannung war die Premiere des Leapmotor Pokal Grand Openings in Nürnberg erwartet worden. Nach den zwölf Spielen des Achtel- und Viertelfinals an zwei Tagen in der Kia Metropol Arena lässt sich – auf Basis einer stichprobenartigen Meinungsabfrage der TTBL-Redaktion unter den teilnehmenden Klubs – festhalten: Spieler und Manager gleichermaßen sind vom neuen Format aus unterschiedlichen Gründen überzeugt und blicken einer Wiederholung im kommenden Jahr ungeachtet vereinzelt kritischer Stimmen erwartungsfroh entgegen.
In den Stunden seiner größten sportlichen Enttäuschung seit langer Zeit fand Borussia Düsseldorfs Manager Andreas Preuß an der Premiere des Leapmotor Pokal Grand Openings in Nürnberg immerhin etwas ablenkenden Trost. „Mir gefällt das Format“, sagte Preuß am Tag nach dem Achtelfinal-Aus der hochfavorisierten Rheinländer an der Noris, "es ist großartig und toll präsentiert. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung.“
Wie der 64-Jährige, in Personalunion Aufsichtsratschef der Tischtennis Bundesliga (TTBL), fanden auch die Spieler als Kernzielgruppe Gefallen an der erstmaligen Verschmelzung von Achtel- und Viertelfinals des Pokal-Wettbewerbs zum dritten und jüngsten Mitglied in der Familie der TTBL-Großevents. „Das Format hilft Spielern, die vor allem international spielen, sehr. Das schränkt die Terminflut etwas ein, weil man jetzt den Pokal an zwei Wochenenden auf hohem Niveau spielen kann. Das macht die Sache viel einfacher“, anerkannte Vize-Europameister Benedikt Duda (Bergneustadt) die Bemühungen der TTBL um etwas Entlastung der Profis vom ständigen Termindruck.
Zusammen mit dem früheren Top-10-Ass sehen auch seine Kollegen Patrick Franziska (Saarbrücken), Ricardo Walther (Grünwettersbach) und Ruwen Filus (Fulda-Maberzell) das angestrebte Ziel erreicht. „Für uns Spieler bestehen durch die Änderungen weniger Termine“, meint Franziska und bekommt Zustimmung von Filus: „Für eine Bundesliga-Mannschaft ist es ein tolles Event in einer großen Halle zu spielen, in die viele Zuschauer kommen können. Es ist außerdem ein gutes Event, weil alles etwas kompakter ist für die Jungs, die überall herumreisen müssen“. Walther betont ebenfalls, dass „es auch gut ist für die Terminplanung, dass jetzt bis Januar keine Pokaltermine mehr notwendig werden“.
Walther weist außer auf die Entzerrung des Terminkalenders auch auf den neuen Erlebnisfaktor für die Aktiven hin. „Für uns war es schön, in solch einer Halle zu spielen und mit allen anderen Mannschaften zusammen zu sein. Auch wenn das eine oder andere hätte, besser sein können, war es cool und hat sich wie ein Klassenausflug angefühlt."
An einen Klassenausflug fühlte sich auch Franziska erinnert: „Es war natürlich auch zu sehen, dass alle heiß waren und zum Final4 wollten, aber es hat wieder vor allem Spaß gemacht. Solche Events mit allen zusammen sind eine coole Sache.“
Für Ivor Ban (Bad Homburg) war Nürnberg sogar ganz nach seinem Geschmack. „Spiele in großen Hallen sind für alle gut, für mehr Fans, die Fan Zhendong und alle anderen zusammen in einer Halle sehen können - das ist toll“, meint der Kroate. "Ich liebe Spiele in großen Hallen, das ist wie in China, dann spielt auch jeder besser, das ist eine gute Sache.“
Eine gute Sache sehen in dem neuen Event auch Manager Michael Hinz vom Union Velbert und Vereinschef Matthias Grünenwald vom TTC Bietigheim-Bissingen. „Ich finde das Format schön und auch richtig gut. Als Verein aus der zweiten oder dritten Liga hat man sonst nicht diese Zuschauerkulisse, man erlebt aber jetzt großes Publikum, andere Mannschaften. Es ist auch eine organisatorische Entlastung für kleinere Vereine wie uns.“ Grünenwald monierte zwar den Eventtermin während der Ferien in Süddeutschland, fand das Format aber ansonsten „schön und attraktiv für die Zuschauer. Wir haben es genossen, coole Stunden erlebt, es war ein Riesenerlebnis.“
Auch nach Meinung von Trainer Evgeny Fadeev (Dortmund) sind unterklassige Teilnehmer die großen Gewinner des Faceliftings im Pokal: „Das Format ist absolut super, richtig und besonders gut für Spieler der zweiten und dritten Liga, denn sie können mitmischen bei den Stars in einer geilen Halle und geilen Atmosphäre.“
Florian Manzke
Beitragsbild oben: BeLaSportfoto