Interview mit Fanbo Meng (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell): „Man merkt die Nähe zum Titel“

Interview mit Fanbo Meng (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell): „Man merkt die Nähe zum Titel“

Fanbo Meng kann beim Liebherr Pokal-Final Four am 4. Januar in Neu-Ulm mit dem TTC RhönSprudel Fulda zum Herausforderer der hochgehandelten Rivalen 1. FC Saarbrücken-TT oder TTF Liebherr Ochsenhausen werden. Im Interview spricht der Mannschafts-Vizeweltmeister von 2021 über die Ziele seines Teams, den Reiz des Turniers und die Erinnerungen an seine Final Four-Premiere 2022.

Fanbo Meng, mit dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell spielen Sie beim Liebherr Pokal-Final Four am 4. Januar in Neu-Ulm um den ersten Titel der Saison. Mit welchen Gefühlen und Erwartungen blicken Sie diesem Leuchtturm-Event generell entgegen?

Ich freue mich sehr auf dieses Event. Das Pokal-Final Four ist eines der Highlights der Saison: kompakt, intensiv und mit einer besonderen Atmosphäre. Für uns ist es eine große Chance, direkt zu Beginn des Jahres, um einen Titel zu spielen. Die Vorfreude ist natürlich groß, und gleichzeitig sind wir auch hochfokussiert.

Mit welcher Zielsetzung geht Ihre Mannschaft in das Turnier?

Das Ziel ist klar, wir wollen den Pokal gewinnen. Wenn man beim Final Four dabei ist, sollte man nicht nur teilnehmen, sondern auch den Anspruch haben, ganz oben zu stehen. Dafür müssen wir in jedem Spiel unser bestes Tischtennis zeigen.

In der TTBL hat Fulda das Duell mit dem Halbfinalgegner TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg gewonnen. Ist Ihr Team alleine deswegen schon Favorit?

Ich glaube, zu sagen, dass wir Favorit sind gegen Bad Homburg, ist schwierig, weil es ein K.o.-Spiel ist. Es ist ein Halbfinale, wir stehen im Final Four. Man sagt ja nicht umsonst, dass der Pokal seine eigenen Regeln hat. Es ist ein ganz anderes Event als die Ligaspiele. Von daher müssen wir vom ersten bis zum letzten Punkt voll da sein und fokussiert sein.

Das Halbfinale ist auch ein Hessen-Duell. Spielt der Derby-Charakter eine Rolle?

Natürlich. Diese Spiele zwischen Fulda und Bad Homburg sind immer etwas intensiver, etwas emotionaler als die anderen Spiele. Aber wie schon gesagt: Wir versuchen, den Fokus komplett auf unsere Leistung zu legen.

Im Falle von Fuldas Einzug ins Endspiel kommen entweder Champions-League-Sieger 1. FC Saarbrücken-TT oder Double-Gewinner TTF Liebherr Ochsenhausen als Gegner in Betracht. Gegen beide Mannschaften hat Ihr Team in der TTBL-Hinrunde aber verloren: wer wäre der Wunschgegner?

Ehrlich gesagt ist mir das gleichgültig. Wenn man den Pokal gewinnen möchte, muss man jeden schlagen - egal, ob der Gegner Saarbrücken oder Ochsenhausen heißt. Beide Teams gehören zur absoluten Spitze, und das macht ein mögliches Finale so reizvoll.

Fulda war in der vergangenen Saison weder bei der Pokal-Endrunde noch in den Play-offs dabei. Ist dadurch der Druck für Ihre Mannschaft gegen Bad Homburg höher?

Ich würde nicht sagen, dass deswegen zusätzlicher Druck besteht. Ich sehe das eher als Motivation. Die vergangene Saison ist abgeschlossen, jetzt beginnt ein neues Kapitel, und wir haben die Chance, direkt etwas Besonderes zu erreichen.

Sie sind zum zweiten Mal nach 2022 beim Liebherr Pokal-Final Four dabei. Was macht für Sie den Reiz dieses Events aus?

Der Modus ist sehr besonders. Alles wird an einem Tag entschieden. Die Halle ist ausverkauft und supervoll. Die Spannung ist extrem hoch, und jeder Ballwechsel und Moment kann entscheidend sein. Das wollen die Zuschauer sehen. Das Tischtennis ist auf höchstem Niveau.

Was ist Ihnen von Ihrem Debüt bei dem Turnier in Erinnerung besonders geblieben?

Das war in Corona-Zeiten. Leider war die Halle damals leer, weil Zuschauer noch nicht wieder erlaubt waren. Ich fand das sehr, sehr schade, aber nichtsdestotrotz merkte man, dass die Atmosphäre ganz anders ist durch die die Intimität, die Nähe zum Titel und die vielen Emotionen – das bleibt im Kopf. Ich hatte damals in unserem Halbfinale gegen Borussia Düsseldorf gegen Anton Källberg mit 2:1 Sätzen geführt und auch im Entscheidungssatz eine Führung gehabt. Letztlich wurde es sehr bitter für uns. Aber ich fand es damals insgesamt toll, und ich habe diesmal noch mehr Vorfreude, weil die Halle jetzt ausverkauft ist.

Im Pokal stehen bis zu zwei Mannschaftsspiele binnen weniger Stunden auf dem Programm. Bei großen Turnieren dagegen ist der Zeitplan mittlerweile fast ausschließlich auf eine Begegnung pro Tag ausgelegt. Wie stellt man sich als Aktiver auf diese ungewohnte Belastung ein?

Die Regeneration und die mentale Vorbereitung sind extrem wichtig. Man muss lernen, schnell abzuschalten und sich genauso schnell wieder zu fokussieren. Auch die Ernährung in diesen Stunden und die Kommunikation sind sehr wichtig. Alles läuft sehr schnell ab, und man muss sofort da sein.

Welche Schlagzeile würden Sie am Tag nach dem Liebherr Pokal-Final gerne über Ihre Mannschaft oder auch sich selbst gerne lesen?

Ich würde in unserer Fuldaer Zeitung oder auf der TTBL-Webseite gerne „Fulda krönt einen starken Teamgeist und holt sich den Pokalsieg“ lesen. Für unseren Manager Stefan Frauenholz wäre „Ein langjähriges Projekt von Frauenholz geht in Erfüllung“ auch schön. Aber bis dahin ist es weiter Weg, zumal ich glaube, dass Saarbrücken momentan mit Fan Zhendong, Patrick Franziska, Darko Jorgic, Edy Ionescu, Yuto Muramatsu und Cedric Meissner die Topmannschaft und das Nonplusultra ist. Aber wie gesagt: In einem Finale oder im Final Four ist an einem Tag alles drin, das Momentum kann entscheiden. Ich habe wirklich viel Vorfreude und bin sehr gespannt, wie es läuft.

Vielen Dank für das Gespräch, Fanbo Meng.

Interview: Florian Manzke