Interview mit Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt): „Vier Punkte Vorsprung – das kann noch in alle Richtungen gehen“
Der TTC Schwalbe Bergneustadt geht als Tabellenvierter von der Pole Position in den Endspurt um die Teilnahme am TTBL Final4. Im Interview spricht Bergneustadts Spitzenspieler Benedikt Duda über den Weg seines Teams in die Play-off-Zone, das Restprogramm seiner Mannschaft und die Personalplanungen seines Vereins.
Benedikt Duda, mit zuletzt fünf Siegen in Serie ist Ihr TTC Schwalbe Bergneustadt in der TTBL die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde nach Borussia Düsseldorf und belegt dadurch den vierten und letzten Final-4-Platz. Ihr Vorsprung auf die Verfolger TTF Liebherr Ochsenhausen und Borussia Dortmund beträgt vier Punkte. Wie schätzen Sie die Lage vor den letzten fünf Hauptrundenspielen ein?
Die Lage ist immer noch angespannt, weil wir noch fünf wichtige Spiele haben und auch noch Gegner, gegen die wir zuletzt alle verloren haben. Deswegen sollten wir uns voll konzentrieren auf diese Gegner, uns gut vorbereiten und dann von Spiel zu Spiel schauen. Denn vier Punkte Vorsprung - das kann noch in alle Richtungen gehen. Nach der Hinrunde hatten wir selbst vier Punkte Rückstand auf Ochsenhausen, und Anfang Februar waren wir dann vier Punkte vor ihnen. Es sind auch fünf harte und schwierige Spiele, deswegen müssen wir uns voll darauf konzentrieren und nicht nur hoffen, dass Ochsenhausen oder Dortmund die Spiele verlieren.
Zu Bergneustadts Restprogramm gehören die Auswärtsspiele bei den abstiegsgefährdeten Konkurrenten TSV Bad Königshofen und ASC Grünwettersbach sowie zum Abschluss das Heimspiel gegen Titelfavorit und Champions-League-Sieger 1. FC Saarbrücken-TT. Schwer oder wäre es noch schwerer gegangen?
Es wäre natürlich noch schwerer gegangen. Aber unser Restprogramm ist auch so nicht gerade leicht, weil wir vor allem auch die wichtigen Spiele alle auswärts haben: in Bad Königshofen, in Grünwettersbach, in Mühlhausen. Das sind alles sehr, sehr schwere Spiele, vor allem, weil das Publikum die Heimmannschaft immer ziemlich nach vorne pusht. Deswegen wird das kein leichter Ritt in den letzten fünf Spielen. Wir müssen bei diesen Spielen bei 100 Prozent sein und bis zum Ende gut performen.
Erwarten Sie bis zum Ende der Hauptrunde nur den beschriebenen Dreikampf oder trauen Sie auch dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell sowie dem PSV Mühlhausen noch zu, in das Rennen um Platz vier einzugreifen?
Mittlerweile traue ich auch noch Fulda und Mühlhausen den Kampf um die Final-4-Plätze zu, weil es eben noch fünf Spieltage sind. Jede Mannschaft kann einen Lauf starten und die letzten fünf Spiele sogar alle gewinnen. Deswegen ist es wichtig, dass wir einfach unsere Hausaufgaben machen, versuchen, unsere Spiele zu gewinnen, und letztlich auch wirklich Siege holen. Wenn wir das schaffen, haben wir alles selber in der Hand.
Mit Ihren acht Spielen seit Jahresbeginn ohne eine einzige Niederlage haben Sie großen Anteil am Vormarsch ihres Teams in die Play-off-Zone. Welche Faktoren sind dabei bisher noch wichtig gewesen?
Ich denke, dass die Jungs erst lernen mussten zu verstehen, dass man als Team ein gemeinsames Ziel hat, darauf auch kontinuierlich hinarbeitet und nicht immer hofft, dass das einfach so passiert. Man muss halt jeden Spieltag liefern, und das haben wir in der Hinrunde nicht gemacht, aber das wurde in der Rückrunde besser. Wir hatten dabei einfach einen guten Start, aber auch Glück, dass zum Beispiel Ochsenhausen gegen uns ohne Shunsuke Togami gespielt hat - das wäre ansonsten wahrscheinlich ein anderes Spiel gewesen. Dass die Jungs dann praktisch zu zweit ohne Adrien Rassenfosse und auch ohne mich gegen Ochsenhausen gewonnen haben, war meiner Ansicht nach ein ausschlaggebendes Spiel für uns in Richtung Final 4.
Ihr Klub hat seit seinem Aufstieg in die TTBL vor zwölf Jahren nur 2019 einmal die Play-offs erreicht. Wie wichtig ist für Bergneustadt die diesjährige Qualifikation für die Endrunde der besten vier Mannschaften über den rein messbaren Erfolg hinaus?
In der Tat haben wir bislang nur einmal die Play-offs erreicht. In den Jahren zuvor und danach hatten wir einfach nicht den Kader dafür, um zu den vier Top-Mannschaften zu gehören. Das ist natürlich auch immer ausschlaggebend. Die Spieler mussten sich erst einmal alle in diese Richtung entwickeln, um wirklich ein Team zu sein, das um die ersten vier Plätze mitspielt. Der Erfolg für den Verein in dieser Saison wäre natürlich großartig, weil wir sehr viele freiwillige Helfer haben, die zu jedem Heimspiel mehrere Stunden vorher kommen und die ganze Halle aufbauen, nach dem Spiel noch mehrere Stunden bleiben und die Halle wieder abbauen. Das ist für sie alle absolut selbstverständlich. Aber ich glaube, dass es besonders auch für die Fans aus Bergneustadt ein Riesenerfolg wäre.
Mit einer Bilanz von bislang 20 Siegen in 26 Matches sind Sie momentan der erfolgreichste Spieler der TTBL, aber auch der aktivste. Kirill Gerassimenko von Werder Bremen hat als zweitfleißigster Akteur "nur" 23 Spiele bestritten. Wie bewältigen Sie eine so große Belastung kombiniert mit Ihrer Verantwortung als Nummer eins?
Darüber mache ich mir eigentlich gar keine Gedanken. Klar habe ich jetzt sehr, sehr viele Spiele gemacht, weil ich auch fast jedes Spiel immer an Nummer eins gespielt habe, was einfach zeigt, dass ich der Leader des Teams bin und vorne weggehen möchte. Es ist ja auch einfach mein Job, bestmöglich immer zwei Punkte zu machen, auch wenn es manchmal nicht gelingt. Dennoch mache ich mir über die Belastung aktuell keine Gedanken. Sie ist natürlich hoch, vor allem mit den internationalen Turnieren, aber das ist unser Job, und ich habe meinen Job zu erledigen.
Sie haben im Saisonverlauf auch schon einmal öffentlich von Ihrem Verein Überlegungen zur möglichen Verpflichtung eines fünften Spielers als Entlastung auch für Ihre eigene Person gefordert. Ihre drei Mitspieler und Sie haben für die neue Saison Verträge unterschrieben. Passiert noch etwas in Sachen Personalplanung?
Aktuell habe ich leider keine Kenntnis, ob noch etwas bezüglich eines fünften Spielers passiert. Dazu war ich jetzt zu lange unterwegs und habe auch mit dem Verein nicht so viel Kontakt gehabt. Deswegen ist immer noch ein Fragezeichen dahinter.
Vielen Dank für das Gespräch, Benedikt Duda.
Florian Manzke