Der „TTBL-Spieler des Monats Dezember“: Fan Zhendong (1. FC Saarbrücken-TT)

Der „TTBL-Spieler des Monats Dezember“: Fan Zhendong (1. FC Saarbrücken-TT)

In einer Social-Media-Umfrage konnten die Fans der Tischtennis Bundesliga (TTBL) nach Abschluss der Hinrunde ihren „TTBL-Spieler des Monats Dezember“ bestimmen. Dabei standen insgesamt fünf Kandidaten zur Wahl (in alphabetischer Reihenfolge): Fan Zhendong, Darko Jorgic (beide 1. FC Saarbrücken-TT), Bastian Steger (TSV Bad Königshofen), Shunsuke Togami (TTF Liebherr Ochsenhausen) und Jo Yokotani (TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg). Fan erhielt die meisten Stimmen.

Fan Zhendong konnte gemütlich mit Timo Boll Weihnachten feiern. In den Tagen vor seinem Besuch bei der Familie des vom Rivalen zum Freund gewordenen Idols hatte der Olympiasieger beim 1. FC Saarbrücken-TT geliefert: Durch vier Siege in drei wichtigen Begegnungen ermöglichte Fan den Blau-Schwarzen, nach besonders außerhalb der Box turbulenten Wochen und Monaten, wenigstens rund ums Fest eine besinnliche Zeit.

Als nachträgliches „Weihnachtsgeschenk“ wählte die TTBL-Community den Chinesen nach seinen Erfolgen in der Meisterschaft gegen Iulian Chirita (TTF Liebherr Ochsenhausen) sowie gegen Borgar Haug und Kanak Jha (beide Borussia Düsseldorf) und sein standesgemäß erfolgreiches Champions-League-Debüt zum „Spieler des Monats Dezember“. Die erste Kür des zweimaligen Weltmeisters fiel gegenüber seinen Konkurrenten derart erdrutschartig aus, dass angesichts des bisherigen Hypes um Fan eine massive Beteiligung von weltweiten Anhängern an der Wahl zumindest vermutet werden darf.

Verdient hat Fan den Titel allemal. Seit Beginn seines zweiten „TTBL-Blocks“ hat der 28-Jährige im Team von FCS-Trainer Wang "Jimmy" Zhi, wie bereits von Anfang erhofft, die Anführerrolle übernommen. Nachdem der „kompletteste Spieler aller Zeiten“, wie Boll den Rechtshänder gerne beschreibt, im Anschluss an seine ersten TTBL-Spiele bei den National Games in China wie zu besten Zeiten seinen designierten Erben eine Lektion nach der anderen erteilt und sich souverän den prestigeträchtigen Titel geholt hatte, kehrte der ehemalige Weltranglistenerste mit wiedererstarktem Selbstbewusstsein zurück.

In der Zwischenzeit hatte an der Saar die Analyse seines unerwartet holprigen TTBL-Einstiegs mehrere Ergebnisse erbracht. Einerseits hielten die FCS-Macher ihrem Superstar nach drei Niederlagen in seinen ersten sieben Matches Gewöhnungsprobleme, vor allem an die Tische in Deutschland und andererseits eine Art generellen Ausnahmezustand bei seinen Gegnern, zugute.

„Man merkt, dass die Gegner einfach sehr, sehr gut spielen und immer bei jedem Ball sehr viel riskieren“, beschrieb Saarbrückens Kapitän Patrick Franziska seine Beobachtungen, die Teammanager Nicolas Barrois teilte: „Unsere Gegner sind gegen uns jetzt vielleicht noch einmal um zwei Prozent mehr motiviert, nochmal heißer auf eine Überraschung, haben natürlich gegen uns auch null Prozent zu verlieren und spielen frei auf. Dann stimmt auch noch die Atmosphäre und schießt so viel Adrenalin in den Kopf, dass manche unserer Gegner in den Spielen für einige Zeit schon meilenweit über ihr tatsächliches Leistungsniveau gekommen sind.“

Derart überzeugt zeigt sich Barrois von Fan, dass der 36-Jährige sich bereits allmählich mit dem Gedanken an eine Verlängerung der Zusammenarbeit beschäftigt. „Wenn Fan“, meinte Barrois schon vor dem Jahresabschluss gegen Düsseldorf, „uns zwei Tage vor Ende der Frist sagt, dass er nicht bleiben möchte, dann bleibt er nicht. Sagt er uns einen Tag vorher, dass er bleiben möchte, werden wir alles Mögliche unternehmen, um ihn zu halten.“

Florian Manzke